Mr.Kaja

Irrungen und Wirrungen einer mittelgroßen schwäbischen Stadt

10/10

Der Gewinn der Fußball-WM, die spontane Selbstentzündung von Lady Gaga, das Abschieben aller Ed-Hardy-Träger nach Sibirien – nichts davon hätte mir mehr Freude bereitet, als der morgige Freitag. Denn morgen, meine verehrte Leserschaft, erscheint endlich das neue Album von Arcade Fire. Das Werk hört auf den Namen The Suburbs und wurde diese Woche von Onkel Wigger auf SPON mit satten 10 Punkten belohnt. Wer die CD-Tipps der Woche regelmäßig liest, der wird wissen, wie selten dort die volle Punktzahl vergeben wird. Auch das zweite Album von Arcade Fire Neon Bible wurde 2007 mit der Bestnote ausgezeichnet, das erste Werk Funeral mit stolzen 9 Punkten. Dem kann ich voll und ganz zustimmen, denn entgegen der Meinung der meisten Fans, halte ich Neon Bible ebenfalls für das bessere Werk und allgemein das beste Album, das seit der Jahrtausendwende erschienen ist.

Tooor!

Sodele, das August-PIG ist fertig. Was bedeutet das für mich? 1. Ich kann wieder ein halbwegs normales Leben führen. 2. Es werden heute mindestens fünf Leute fragen, bis wann sie ihre Termine für das August-PIG durchmailen können? 3. Ich muss den Teil des öffentlichen Lebens nachholen, den ich aufgrund meines Daueraufenthalts im Büro in den letzten Tagen verpasst habe. So zum Beispiel dieses Video, das den wahrscheinlich coolsten Torjubel aller Zeiten zeigt.

2 Jahre Kessel.tv

Viele Grüße und ein fettes Happy Birthday gehen an dieser Stelle in unsere schöne Landeshauptstadt, wo mein geschätzter Kollege Martin Elbert die Tage den zweiten Geburtstag seines Babys Kessel.tv feiert. Ich kenne keinen anderen Blog, für den Busse von Frankfurt nach Stuttgart fahren und wünsche viel Spaß beim Kerzen auspusten.

Aus aktuellem Anlass

Myth-Buster

Das PIG und seine Mythen. Dieses Thema habe ich mal in meinem Vorwort angesprochen, möchte es an dieser Stelle aber nochmal wiederholen. Es ist wirklich unglaublich, was sich in elf Jahren an Irrungen angesammelt hat. Hier die schönsten Dinge, die wir mit Abstand am häufigsten zu hören bekommen:

Jemand betritt unser Büro: „Ach, und hier druckt ihr also das PIG.“ – Richtig! Neben meinem Schreibtisch steht unser HP Deskjet 1200C, auf dem lasse ich jeden Monat 15.000 PIG-Exemplare raus. Wenn wir dann die ganzen Druckbögen trocken gepustet haben, läuten wir auf dem Spargelfeld die Glocke und dann kommen unsere polnischen Hilfsarbeiter, um die einzelnen Ausgaben zu heften. Mit einem Tacker natürlich.

„Gell, ihr bekommt Geld von der Stadt?“ – Ja. Jeden Monat kommt Oberbürgermeister Till bei uns vorbei und bringt einen Scheck mit. Manchmal gibt es Blumen dazu, wahlweise auch ein Sixpack Becks.

„Und als was arbeitest du wirklich?“ – Wenn ich jemandem erzähle, dass ich mich hauptberuflich um den redaktionellen Part des PIG kümmere, dann ernte ich meistens einen Gesichtsausdruck, als ob ich über Magengeschwüre sinnieren würde. Stellt euch vor, aber 96 bis 112 Seiten jeden Monat (über Göppingen!) zu füllen, ist tatsächlich Arbeit.

„Ich finde das PIC voll super!“, „Ich lese jeden Monat euer PIC!“, „Wie werde ich PIC-Covergirl?“. Solche E-Mails leite ich grundsätzlich an die Redaktion vom PIC weiter. Die freuen sich bestimmt.

Scheiß drauf, Mesut

Die Wahrheit über Tetris

Der gläserne Spieler

Jetzt kann ich es ja sagen: Das auf dem Bild bin ich. Azra, Blutelfin und Jägerin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Wälder, Wüsten, Gebirge, Städte und Höhlen des Planeten Azeroth zu durchstreifen, um gefährliche Abenteuer zu bestehen und finstere Gegner auszuschalten. Warum ich das hier schreibe? Weil es bald eh jeder weiß, der World of Warcraft spielt.

In Zeiten, in denen der Bürger immer gläserner und ein Monster namens ELENA von der Leine gelassen wird, geht ein wichtiges Unternehmen der Videospiele-Industrie mit schlechtem Beispiel voran. Blizzard, Erfinder von bedeutenden Titeln wie Diablo, Starcraft und eben World of Warcraft. Die Jungs sind auf die Idee gekommen, dass der Community-Faktor in ihren Online-Foren viel höher wäre, wenn dort die Beiträge der Spieler unter ihrem echten Vor- und Nachnamen veröffentlicht würden. Mag sein, dass dadurch das Trolling endlich aufhören würde, doch Blizzard hat mit diesem Vorpreschen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, der in dieser Form wohl einzigartig ist. Sogar der SPIEGEL, die BILD und IT-Seiten wie Golem und Heise berichten darüber.

Dass man die eigene Community in solchen Fällen besser nicht unterschätzen sollte, zeigte sich vor wenigen Tagen im amerikanischen Warcraft-Forum. Ein User fragte dort, ob die für die Foren zuständigen Moderatoren denn auch ihre echten Vor- und Nachnamen zeigen würden. Der Moderator Bashiok meldet sich daraufhin zu Wort und verkündete: „Yessir. Micah Whipple, at your service.“ Mit ungeahnten Folgen. Innerhalb weniger Minuten wurde im offiziellen Forum nicht nur die Anschrift, Telefonnummer und der Familienstand von Micah Whipple veröffentlicht, sondern auch Fotos seiner Frau, seiner Kinder, seine Facebook-Seite, seine Lieblingsmusik, Passagen aus seinem Lebenslauf, Details zu seiner Wohnsituation und sogar die Schule, in die seine Kinder gehen. Sämtliche Daten verschwanden nach kurzer Zeit, Micah Whipple löschte seine Facebook-Seite und ließ seine Telefonnummer sperren.

Es ist zu bezweifeln, dass sich Blizzard dadurch von seiner Idee abbringen lässt.

EDIT: Blizzard hat tatsächlich dem Druck der Community nachgegeben und nimmt den Klarnamenzwang zurück. Unglaublich.

“Die nächste Abbiegung links Du fährst.”

Vor einiger Zeit habe ich in meinem Blog darüber berichtet, dass man sich bei TomTom die Stimmen von „Star Wars“-Figuren auf sein Navi laden kann. Den Einstand machte damals Darth Vader, nun folgt Meister Yoda.

Timing ist alles

Ach du heiliger Schnittpunkt

Presseschau: Juli

Müsst ihr beim Anblick des Bildes auch an Peggy Bundy denken? Nun ja. Willkommen in der Juli-Presseschau, die diesen Monat etwas kleiner ausfällt. Das Sommerloch hat die Nightlife-Szene erfasst, was auch für einen Mangel an originellen Pressetexten sorgt.

The Kiss Club, 3. Juli, Oak Club

Die erste Veranstaltung unter diesem Branding war für weit über 1500 Gäste das geniale Dance Event im Februar

Man kann in einem Pressetext im Grunde nicht viele Fehler machen. DJ-Namen, Musikrichtung und einen Berg an Adjektiven in den Mixer geben, ordentlich schütteln, fertig. Einer der blödesten Fehler, den man trotzdem machen kann, ist der, dass man im Text die Anzahl der Gäste angibt. Denn darüber freut man sich ganz besonders in der Gartenstraße, wo der Herr Finanzamt wohnt und danach schaut, ob sich die Anzahl der Gäste denn überhaupt mit dem angemeldeten Umsatz deckt. Ich möchte an dieser Stelle natürlich keinem Veranstalter etwas unterstellen, denn in Sachen Steuern sind wir alle von Grund auf ehrlich.

Housebeats, 3. Juli, Day’n’Night Club

Macht Euch gefasst auf ein extrem schiebendes und tanzbares Set des jungen Aufsteigers!

Meine Damen und Herren, bitte halten sie sich fest. Nach „rockend“, „treibend“, „upliftend“ und „pumpend“, heißen wir nun den Newcomer „schiebend“ herzlich willkommen im Phrasen-Fundus der Pressetext-Ersteller. Applaus!

Housebeats, 9. Juli, Day’n’Night Club

Die beiden jungen und sehr talentierten DJ´s aus Göppingen können in Ihrer kurzen Zeit schon auf etliche Erfolge zurückblicken. So haben sie unter anderem Namen bereits alle guten Clubs der Region bespielt und sogar Gigs in Reutlingen und Reichenbach bespielt.

Der Gag an der Sache ist das Wort „sogar“ im Zusammenhang mit „Reichenbach“ und „Reutlingen“. Das ist in etwa so, als ob man unter den DJ-Referenzen die Opening Party von Siggy’s Pilsbar in Krummwälden oder das Summerclosing der Bier-Akademie Heiningen angibt.

Tech/Minimal/Electro After Hour, 11. Juli, Day’n’Night Club

Ihre Musik definiert sich über technoid-groovige euphorische 4/4 Takte gepaart mit housigen exotischen Vocals und energischen Breaks.

Alter, was???

Mahlzeit

Referees at Work

Referees at Work ist eine geniale und sehr intensive Dokumentation über Fußball-Schiedsrichter, die während der EM 2008 in Österreich und der Schweiz entstanden ist. Was macht ein Schiri vor dem Spiel, über was redet er mit seinen Assistenten während dem Spiel und wie verhält er sich bei schweren Fehlentscheidungen? Näher kann man fast nicht am Geschehen sein.

Nach einer wahren Begebenheit

Investigativer Journalismus

Alternativer Titel: Die Tücken von Copy & Paste. Sorry, dass mein Blog gerade etwas durchhängt, aber PIG- und WM-Stress lassen mir keine Zeit.

(gefunden auf failblog)

Der Hummelflug

Kleine Zusatzinfo für die Generation Oak: Das auf dem Bild ist ein Notenblatt. Damit können Menschen echte Musik mit Instrumenten machen. Nein, ein Computer zählt nicht dazu.

Maientag

Beinahe hätte man es vergessen, aber heute startet nicht nur die Fußball-WM, sondern auch der Maientag. In erster Linie bedeutet dies, dass das Wetter schlechter wird, dass ein Großteil des sozialen Abschaums sich von der Innenstadt zur EWS-Arena begibt, um dort beim Autoscooter rumzuhängen oder im Rudel gegen einen Boxautomaten einzuschlagen und dass im Bierzelt die Abgründe der menschlichen Seele ausgiebig zum Besten gegeben werden. Überhaupt ist das Bierzelt am Maientag nicht nur eine Welt für sich, sondern auch ein Spiegel der nicht vorhandenen Göppinger Szene. Man wäre so gerne Upper-Class, kauft im Walz und im Offline ein, genießt das Großstadt-Flair im aer club, gibt sich als Mann/Frau von Welt, kämpft um jede Leasingrate für das dicke Auto um am Ende doch im Club Rouge zum Almklausi die Polonaise zu machen. Provinz ist eben doch eine Geisteshaltung und keine Frage der Geografie.

Presseschau Extrablatt

Diesen soeben eingetroffenen Pressetext kann ich euch einfach nicht vorenthalten:

FEEL THE SOUND  – Spürst du diese Energie? Spürst du diesen Tatendrang Auszugehen? Spürst du den Adrenalin in deinem Blut? Dein Körper, deine Gedanken & deine Gefühle sehnen sich nach etwas Neuem.

Bist du bereit für HOUSE UNITED?

Eine neue, frische & abwechslungsreiche Einführung in das absolute Nightlife-Erlebnis.

Diese Silberlinge werden dein CD Laufwerk zum Tanzen bewegen. Sie werden deinen Körper in eine andere Welt katapultieren und deine Gedanke und Gefühle in eine andere Sphäre beamen.

Seit gespannt auf den gekonnte Spagat zwischen House und Progressiv.

Nichts für Schlaftabletten! Nichts für Langweiler – this is the PURE House Music.

HOUSE UNITED – the Royal House Music gibt dir den absoluten Kick.

Ein Genuss den man sich auf gar keinen Fall entgehenlassen darf.

Kad bi bio bijelo dugme

kad bi bio bijelo dugme
mala bi se zakopćala u me
kad bi bio dugme plavo
ne bi znala da sam krajnje spavo